Studie

Stromspeicher-Inspektion 2026

Neue Testergebnisse gibt es für Solarstromspeicher von BYD, Fox ESS, Fronius, Kostal, SAX Power und SMA.

In diesem Jahr bewertete die Hochschule HTW Berlin Photovoltaik-Speichersysteme erstmals in Kooperation mit aquu – einer HTW-Ausgründung. Die Energieeffizienz der Geräte wurde mit dem System Performance Index (SPI) in den Leistungsklassen 5 kW und 10 kW bewertet. Unter den 5-kW-Geräten setzte sich das AC-gekoppelte Batteriesystem SAX Power Home Plus, das auf der sogenannten Multi-Level-Technologie beruht, als Spitzenreiter durch. Bei den Speichersystemen mit Hybridwechselrichter konnte SMA mit dem Sunny Boy Smart Energy 5.0 und der Batterie Home Storage 6.5 den höchsten SPI (5 kW) erreichen.

In der 10-kW-Klasse überzeugt der PLENTICORE MP G3 M 10 von Kostal in Kombination mit der BYD Battery-Box Premium HVS 12.8 als Testsieger der AC-gekoppelten Geräte. Der PLENTICORE-Wechselrichter zeichnet sich dabei durch seine hohe Flexibilität aus, da er sowohl als Hybrid- als auch als Batteriewechselrichter betrieben werden kann. Als effizientester Solarstromspeicher unter den 10-kW-Geräten geht der Hybridwechselrichter PQ-H3-Ultra-10.0 in Kombination mit der EQ3300-5 von Fox ESS hervor.

Mit einem SPI (10 kW) von 97 % stellt Fox ESS damit einen neuen Effizienzrekord auf. Auf dem 2. und 3. Platz des 10-kW-Rankings reihen sich die Hybridwechselrichter Power Storage DC 10.0 von RCT Power und Centurio 10 von Energy Depot in Kombination mit Hochvoltbatterien derselben Hersteller ein. Ebenfalls die Effizienzklasse A und einen SPI (10 kW) von über 95 % erreichten Speichersysteme von Fronius sowie Kostal in Kombination mit BYD. Das Schlusslicht des Speichervergleichs kann lediglich einen SPI (10 kW) von 89,3 % vorweisen und landete in der Effizienzklasse G. Damit fallen die SPI-Verluste bei diesem Gerät um den Faktor 3,5 höher aus als bei dem Testsieger von Fox ESS. Da sich die Gesamtsystemeffizienz direkt auf die jährliche Kosteneinsparung der PV-Speichersysteme auswirkt, ist der Vorteil von effizienten Heimspeichern ökonomisch spürbar. Der jährliche Kostenvorteil des Testsiegers gegenüber dem Heimspeicher mit der geringsten Effizienz beträgt 200 €.

Die Topplatzierungen von Fox ESS, RCT Power, Energy Depot und SAX Power sind auch auf die hervorragenden Effizienzeigenschaften der Systeme zurückzuführen. Der Vergleich der Tiefst- und Bestwerte der in unabhängigen Prüflaboren erfassten Messergebnisse zeigt deutliche Unterschiede. Mit einem Batteriewirkungsgrad von 97,1 % liegt der Batteriespeicher EQ3300-5 von Fox ESS mehr als 9 Prozentpunkte vor dem Schlusslicht. Der geringe SPI des anonymen Teilnehmers ist auch auf den hohen Stand-by-Verbrauch von 64 W zurückzuführen. Zum Vergleich: Die hocheffizienten Systeme von SAX Power und Fox ESS beziehen lediglich 4 W im Bereitschaftsbetrieb. Die Unterschiede in der Einschwingzeit der analysierten Speichersysteme sind mit mehr als 13 s enorm. Die Speichersysteme von Energy Depot und RCT Power sind in der Lage, Schwankungen des Stromverbrauchs innerhalb von nur 0,2 s auszugleichen.

Die Energieeffizienz eines Speichersystems ist wichtig, sollte aber nicht das alleinige Auswahlkriterium beim Speicherkauf sein. Deshalb haben die HTW Berlin und aquu in diesem Jahr erstmals die Garantiebedingungen von 20 namhaften Herstellern unter die Lupe genommen. Basierend darauf haben die Berliner Wissenschaftler Empfehlungen entwickelt, die das Sichten der Garantiebedingungen erleichtern. Sie listen mehrere Punkte auf, mit denen sich Stromspeicher-Interessierte vor der finalen Kaufentscheidung befassen sollten. Die Hersteller garantieren, dass die Batteriekapazität innerhalb des Garantiezeitraums nicht unter 60 % bis 85 % des Anfangswerts sinken wird. Je höher dieser Wert ist, desto vorteilhafter ist es für die Privatpersonen.

Wer einen passenden Stromspeicher sucht, sollte die wichtigsten Eigenschaften und Funktionalitäten der Geräte vergleichen. Hierzu zählt neben der Art der Batterieanbindung auch die Nennleistung. Haushalte, die einen dynamischen Stromtarif abgeschlossen haben, können ihren Speicher so einsetzen, dass sie von Preisschwankungen an der Strombörse profitieren. Alle analysierten Speichersysteme haben ein internes oder externes Energiemanagement, das dynamische Strompreissignale berücksichtigt. Die preisoptimierte Batterieladung mit Netzstrom unter Berücksichtigung von dynamischen Strompreisen und zeitvariablen Netzentgelten ist jedoch derzeit noch nicht mit allen Geräten möglich.

Wann und mit welcher Leistung der Batteriespeicher aus dem Stromnetz beladen wird, sollte ein intelligentes Energiemanagementsystem auf Basis von Energie- und Preisprognosen entscheiden. Das Ziel: Mit günstigem Netzstrom die Batterie laden und in Hochpreisphasen die elektrischen Verbraucher mit dem zwischengespeicherten Strom versorgen. Ob sich für Haushalte mit dynamischen Stromtarifen die Batterieladung mit Netzstrom überhaupt lohnt, hängt unter anderem von der Höhe der mittleren Strompreise beim Laden und Entladen sowie von der Höhe der Umwandlungsverluste ab. Wie effizient Batteriesysteme den Netzstrom speichern, lässt sich durch die Multiplikation der mittleren Wirkungsgrade des Wechselrichters und Batteriespeichers während des Lade- und Entladebetriebs abschätzen.

Da die Speichersysteme in der Regel bei geringen Leistungen entladen werden, hängt der Systemwirkungsgrad der Netzstromspeicherung sehr stark vom Wechselrichterwirkungsgrad während der Batterieentladung ab. Damit sich die Batterieladung mit Netzstrom finanziell lohnt, muss die Preisdifferenz zwischen dem Lade- und Entladezeitraum hoch genug sein, um mindestens die Wechselrichter- und Batterieverluste zu kompensieren. Ein Beispiel: Ein Speichersystem nimmt in einer Niedrigpreisphase Strom aus dem Netz für 25 ct/kWh auf und gibt den Strom zu einem späteren Zeitraum, wenn der dynamische Strompreis auf 35 ct/kWh gestiegen ist, wieder ab. Damit sich die Netzstromspeicherung in der Niedrigpreisphase überhaupt rechnet, muss der Systemwirkungsgrad der Stromspeicherung mindestens 71 % betragen. Nicht alle getesteten Speichersysteme erreichen diesen Wert. Wer die geringen Teillastwirkungsgrade der Wechselrichter vernachlässigt, überschätzt die in der Praxis realisierbaren Einsparungen der preisoptimierten Ladung mit Netzstrom.

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Stromspeicher-Inspektion 2026

Ansprechpartner

In diesem Jahr bewertete die Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Berlin die Solarstromspeicher erstmals in Kooperation mit aquu – einer HTW-Ausgründung.

Dr.-Ing. Johannes Weniger

Initiator und Leiter der Stromspeicher-Inspektion
Gründer und Geschäftsführer von aquu

Leiter der Stromspeicher-Inspektion
Wissenschaftler an der HTW Berlin